Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus. Er steht bundesweit im Zeichen des Gedenkens an die Opfer von Kriegen und von Gewaltherrschaft.

Darüber hinaus soll er die verheerenden Folgen von Krieg, Gewalt und Terror bewusst machen, sowie die Aufmerksamkeit aller schärfen, was kommen kann.

„Fünf große Feinde des Friedens wohnen in uns:

Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz.

Wenn diese Feinde vertrieben werden könnten, würden wir zweifellos ewigen Frieden genießen.“

Zu dieser tiefen Erkenntnis kam der italienische Dichter und Gelehrte Francesco Petrarca bereits im 14. Jahrhundert und es erklärt auch, warum Alfred Nobels ehrenwerte Bemühungen immer nur ein Symbol guten Willens und ein Ansporn für alle Menschen sein können, Frieden zu schaffen.

Wenn Senor Petrarcas scharfsinnige Analyse richtig sein sollte, dann wird wohl auch Astrid Lindgrens Behauptung zutreffen:

„Über den Frieden sprechen heißt über etwas sprechen, das es nicht gibt.“ 

Hoffentlich irren sie sich allesamt!

Der Volkstrauertag findet immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt. Er wurde in Deutschland 1952 auf Anregung der Deutschen Kriegsgräberfürsorge wieder eingeführt, nachdem die Nationalsozialisten ihn in einen „Heldengedenktag“ umgewandelt und seinen Charakter dadurch vollständig verändert hatten.

Heute ist der Volkstrauertag ein Tag des Gedenkens, Erinnerns und Mahnens!

Die Ursprünge des Feiertags reichen bis in das Jahr 1922, als im Reichstag der Weimarer Republik die erste offizielle Feierstunde stattfand. Damals veranstaltete der Volksbund eine Feier, um das Gedenken an die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges zu wahren.

Der Deutsche Bundestag hält am Volkstrauertag eine zentrale Gedenkstunde: die Feierlichkeiten setzen sich aus einer Andachtsmesse und einer zentralen Feierstunde im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zusammen.
Traditionell erfolgt eine Ansprache des Bundespräsidenten, eine Ehrung der Toten und eine musikalischen Untermalung der Feierstunde.

In Anwesenheit leitender Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kirche werden die Nationalhymne sowie das Soldatenlied Der gute Kamerad gespielt.

Die öffentliche Kranzniederlegung für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in der Neuen Wache in Berlin gehört ebenfalls zu den Feierlichkeiten des Volkstrauertages.
In Anwesenheit des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers werden Blumenkränze an der Zentralen Gedenkstätte der Bundesrepublik abgelegt. Die Flaggen der Bundesbehörden und ihrer Aufsicht unterstehenden Geschäftsbereiche wehen auf Halbmast, was für die Trauerbeflaggung steht.
Weitere Gedenkstunden in den 16 Bundesländern sowie Kranzniederlegungen an Kriegsdenkmälern oder Friedhöfen sind üblich. 
Insgesamt soll der heutige Tag auch zur Völkerverständigung beitragen, indem zu Toleranz und Frieden aufgerufen wird.
Ich werde heute mit meinen Kindern und Enkelkindern hier vor Ort am evangelischen Gedenkgottesdienst teilnehmen, weil es mir sehr wichtig ist, denn:
An Frieden denken,
bedeutet an unsere Kinder denken!
Werner